Kienhorst-Blatt No. 2 🌿 

vom 8.3.2026

Liebe Frauen,
am 8. MĂ€rz 2026 feiern wir den Internationalen Frauentag und die zweite Ausgabe unseres Newsletters. Diesmal geht es um die Gesundheit von Frauen, die Gewalt und Wohnungslosigkeit erlebt haben – und um Heilung durch Housing. DarĂŒber spricht auch unsere Frauenarbeitsgruppe beim Peer-Treffen der Wohnungslosen_Stiftung in Augsburg vom 18.–21. MĂ€rz. Sei dabei und melde dich an unter https://www.wohnungslosenstiftung.org/ !

P. S. Lust auf unser Jahrestreffen? Sei dabei am Freitag, 12.6., Info unten!

 Wenn die Seele keine Ruhe findet: Wege nach der Gewalt


Studien (u.a. der BAG Wohnungslosenhilfe) zeigen: Über 70 % aller wohnungslosen Frauen leiden unter psychischen Folgen von Gewalt. Ob Kindheitserfahrungen oder Gewalt durch Partner – die Spuren sitzen tief. Oft ist die Obdachlosigkeit kein Zufall, sondern die Flucht vor unertrĂ€glichen ZustĂ€nden. Doch auf der Straße oder in NotunterkĂŒnften wird das Trauma oft neu getriggert.

BAGW fĂŒr Gesundheits-Versorgung als Menschenrecht

Die BAG Wohnungslosenhilfe (BAG W) zeigt, wie eng Wohnungslosigkeit und Krankheit verbunden sind: In den letzten 12 Monaten waren rund 600.000 Menschen wohnungslos, etwa 50.000 bis 60.000 davon leb(t)en auf der Straße. Frauen machen 25 bis 30 % aus und sind hĂ€ufig verdeckt obdachlos. Viele Betroffene sind mehrfach erkrankt, 75 bis 80 % psychisch belastet oder krank; ihre Lebenserwartung liegt 20 bis 30 Jahre unter der der Gesamtbevölkerung.

15 bis 25 % aller wohnungslosen Menschen sind nicht krankenversichert. Die BAG W fordert deshalb leicht zugĂ€ngliche Gesundheitsangebote vor Ort fĂŒr jede/n. Diese Angebote mĂŒssen dauerhaft finanziert, rechtlich abgesichert und fest im Regelsystem verankert werden, damit das Menschenrecht auf Gesundheit fĂŒr Menschen in Wohnungsnot eingelöst werden kann.

 Ein Lichtblick in Berlin: die Jenny De La Torre-Stiftung


Wer ĂŒber Gesundheit und Wohnungslosigkeit spricht, kommt an ihr nicht vorbei: Jenny De la Torre (1954-2025). Im Gesundheitszentrum ihrer Stiftung in Berlin-Mitte erhalten wohnungslose Frauen und MĂ€nner unbĂŒrokratische Beratung, Betreuung und Ă€rztliche Behandlung - auch fachĂ€rztlich und ohne Krankenkasse. Dazu Hilfe von der KiezkĂŒche, Bekleidung, rechtliche und Suchtberatung, alles nach dem Motto: „Hinschauen, wo andere weggucken.“

FrauenWohnen ist Gesundheitsschutz: Safe Housing gehört zur Istanbul-Konvention


Seit 2018 ist die Istanbul-Konvention in Deutschland Gesetz. Sie verpflichtet den Staat, Gewaltbetroffene nicht nur akut, sondern nachhaltig zu schĂŒtzen.

  • Deutschland erfĂŒllt die Vorgaben der Istanbul-Konvention (1 Platz pro 10.000 Einwohner) bei weitem nicht.


  • Es fehlen bundesweit ca. 14.000 FrauenhausplĂ€tze. Die Frauenhauskoordinierung FHK fordert zudem: Die Angebote mĂŒssen barrierefrei sein, Platz fĂŒr mehr als zwei Kinder bieten und auch Söhne ĂŒber 14 Jahre sowie Frauen mit Sucht- oder psychischen Erkrankungen aufnehmen können.


  • Safe Housing: Die FHK betont, dass „Schutz“ nicht nach 6 Wochen enden darf. Es braucht Anschlusslösungen (Second Stage), damit aus Mangel infolge von Gewalt Perspektiven entstehen.


  • An dieser Stelle setzen wir von der Stiftung Kienhorstpark i. E. den politischen Hebel an, um langfristigen Wohnraum fĂŒr Frauen zu sichern.



obdachlose Frau die im Dunkeln durch die Straßen irrt Freepik Motivfoto
das GebÀude der Jenny-de-la-Torre-Stiftung
Frauenprotest in Istanbul Motivfoto
Ein sicheres Zuhause fĂŒr wohnungslose Frauen Motivfoto

Safe Housing als Gesundheits-Maßnahme


Wir erleben es bei unseren Mieterinnen jeden Tag: Wenn die Sorge vor dem nÀchsten Tag nachlÀsst, können Körper und Seele sich regenerieren.

 Safe Housing bedeutet:

  • Stressreduktion: Ein eigener SchlĂŒssel nimmt Druck aus dem Alltag und sorgt fĂŒr mehr Ruhe.
  • Schlafhygiene: Endlich wieder durchschlafen können, ohne stĂ€ndig wachsam sein zu mĂŒssen.
  • Versorgung: Mit einer festen Meldeadresse wird der Zugang zur regulĂ€ren Gesundheitsversorgung wieder möglich.


 Warum ist ein eigener SchlĂŒssel so wichtig fĂŒr die Genesung?

Eine Dokumentation des Robert-Koch-Instituts (RKI) anlĂ€sslich des Kongresses „Armut und Gesundheit 2025“ liefert einen Überblick ĂŒber Forschungsergebnisse in Deutschland. Sie zeigt auf, dass Wohnen eine zentrale „soziale Gesundheitsdeterminante“ ist – das bedeutet: Die Wohnsituation entscheidet maßgeblich darĂŒber, wie schnell Menschen nach Krisen wieder gesund werden und gesund bleiben.

FĂŒr unser Projekt bestĂ€tigt dies: Ein eigener, sicherer RĂŒckzugsort ist nicht nur ein Dach ĂŒber dem Kopf, sondern die notwendige Voraussetzung, damit Körper und Seele nach Gewalterfahrungen ĂŒberhaupt erst heilen können

Frauenzentren schaffen Gemeinschaft und unterstĂŒtzen den Heilungsprozess


In jeder grĂ¶ĂŸeren Stadt in Deutschland gibt es inzwischen nicht nur FrauenhĂ€user, sondern auch Frauenkultur- und Gesundheitszentren. Sie bieten Kurse wie Yoga, Info-Veranstaltungen, etwa fĂŒr Schwangere, und Einzelberatungen z. B. zu Eßstörungen, Depressionen und anderen Themen an. Auch im Umkreis unserer Wohnungen gibt es sie:


Viele Gesundheits- und Familienangebote gibt es auch in den Nachbarschaftszentren und Familienzentren vor Ort und bei den Einrichtungen der WohlfahrtsverbĂ€nde wie AWO, Caritas und Diakonie. Die NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle fĂŒr Selbsthilfe) informiert ĂŒber 1.000 Selbsthilfegruppen-Angebote, etwa zu Suchterkrankungen, Krebs, Arbeitslosigkeit, Post-Covid u. v. a. m.

Schau doch mal rein – bestimmt ist auch fĂŒr dich das passende Angebot dabei!

Vernetzung & Zukunft


  • Weltfrauentag am 8. MĂ€rz: Wir sind in Berlin dabei, um 13 Uhr an der Schönhauser / Ecke Gleimstraße. Vielleicht bist du ja auch anderswo oder mit dem Herzen dabei! 


  • The Future is ours! Wir bereiten uns auf das Zusammen Leben Festival in Stuttgart (19.-20. Juni 2026) vor. Möchtest du mitreisen? Dann melde dich rechtzeitig an!


Veranstalterin des Zusammen Leben Festivals ist die Gemeinsam-Wohnen-Plattform bring-together in Zusammenarbeit mit dem FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e.V., WOHN:SINN - BĂŒndnis fĂŒr inklusives Wohnen e.V., der Stiftung trias und dem Netzwerk Zukunftsorte - alles Akteure des gemeinschaftlichen Wohnens, Bauens und Wirtschaftens.

Mit einigen von ihnen stehen wir im Kontakt, weil Frauen aus unserem Kreis dort gemeinschaftliches Wohnen suchen oder weil wir eine Projektkooperation erwÀgen.

Die Vernetzung mit Projekten und Akteuren der Wohnungsszene ist auch das Schwerpunktthema unseres 3. Newsletters, der auf dieser Seite am 8. Juni erscheint -
bis dahin!
 

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 Ganz liebe GrĂŒĂŸe,
euer Redaktionsteam

P. S. Wenn Ihr zu unserem Newsletter beitragen möchtet, schickt euren Text einfach an: [email protected]. Wir melden uns!

Aktuelle Veranstaltungen


Lust auf unser Jahrestreffen? Sei dabei am Freitag, 12.6.2026 um 12 Uhr im Auguste Frauen- und MĂ€dchentreff in der Auguste-Viktoria-Allee 17, 13403 Berlin. Bei Anmeldung gibt's Kaffee und Kuchen (Women only!) 

Auguste MĂ€dchen- und Frauentreff Berlin Motivfoto
Treffen im Auguste Frauentreff Berlin Motiv Freepik
Das ZusammenLeben Festival in Stuttgart 2026 Plakat
Unsere Crowdfunding Spendenplattform Goodcrowd.org

 

Kienhorst-Blatt No. 1 🌿 

vom 8.12.2025

Screenshot des 1. Newsletters Stiftung Kienhorstpark S. 1
Der Auguste Frauentreff im AVA-Kiez, Ort des Jahrestreffens der Safe Housing for Women Group
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Screenshot des 1. Newsletters Stiftung Kienhorstpark S. 8
Screenshot des 1. Newsletters Stiftung Kienhorstpark S. 10
Weihnachtsmarkt in Berlin unser GlĂŒhwein-Treffen der Safe Housing for Women Group
Motivfoto Safe Housing for Women Stiftung Kienhorstpark i.E.
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Screenshot des 1. Newsletters Stiftung Kienhorstpark S. 12